Das Forum für die deutsche Private Markets Community

Partners Group – PE-Schockwellen aus Zug:

Spiel mir das Lied von den Redemptions

Zum Ausgang der Woche beherrschten Krisennachrichten aus der Schweiz die internationalen Börsennachrichten. Die Partners Group, eine der großen europäischen Adressen des Alternatives-Parketts, hat in einem Evergreen-Vehikel nicht alle Redemptions bedient – und das bezeichnenderweise abseits des hier schon „gestählten“ PD-Segmentes. Doch damit nicht genug, die Schweizer haben gestern gleich gestern nochmal nachgelegt. Das ist neu. Das Grundproblem der Angelegenheit ist es nicht.

Redemptions über die Maßen: Nach vielen großen Adressen hat es nun die schweizerische Partners Group, ca. 185 Mrd. USD AuM schwer, erwischt – allerdings nicht in dem schon länger branchenweit leidgeprüften Segment PD, sondern bemerkenswerterweise in PE. Das kannte man so noch nicht. Die Gemeinsamkeit: Auch hier ist mit dem „Global Value SICAV“ (gut 8 Mrd. USD Kampfgewicht) ein Vehikel betroffen, das sich nicht zuletzt auf Private Wealth fokussiert hatte. Und die Sache hat diese Woche direkt die Aktien der ganzen GP-Branche in erhebliche Mitleidenschaft gezogen.

Alfred Gantner, Partners Group. Foto: Partners Group.

Und prompt geht die Sache bei der Partners Group (die zu Hause in der Schweiz offenbar schon länger schlechte Presse hat) weiter: Gestern musste man bekanntgeben, dass ein weiteres Evergreen-Vehikel des Hauses von Redemptions betroffen ist (located in Delaware, US), welche die übliche Schwelle von 5% des NAV pro Quartal (um ca. einen Prozentpunkt) überschritten haben könnten. Die Schweizer betonen, dass Liquiditätsprobleme in beiden Fällen nicht Teil des Problems seien.

I want my Money back

Die strukturelle Ursache des Problems ist sattsam bekannt: die Rolle und die Erwartungen der Privatanleger in den Private Markets. Zugespitzt: Jetzt rächt es sich eben, dass die Branche teils mit hohem Druck für illiquide Instrumente neue Käuferschichten erschlossen hat, die an sich mit dieser Illiquidität gar nicht vertraut und sie offensichtlich auch nicht vollumfänglich zu akzeptieren bereit sind. Maßgeblich beteiligt an dem sich nun als wenig nachhaltig herauskristallisierenden Trend zu den Privatanlegern: die Partners Group höchstselbst.

Nach PD ist nun also auch das Segment PE – das ja per se noch langfristigerer Natur ist als PD, wo man von drei bis fünf Jahren ausgehen kann – von der Problematik erfasst.

Private Markets vs. Private Wealth: Rückzug von den Evergreens

Diesen strukturellen Widerspruch zwischen Private Wealth und Private Markets scheinen viele GPs bereits verinnerlicht zu haben, jedenfalls plant Berichten zufolge etwa ein Drittel der europäischen GPs, sich auf dem Evergreen Retail-Vertrieb zurückzuziehen.

In unruhigen Zeiten

Aus Sicht der Anleger kommt das alles zwar zur Unzeit, aber nicht überraschend: Die Gesamtlage an allen Märkten ist derzeit schlicht mäßig vertrauenseinflößend, um es vorsichtig auszudrücken, gerade für Privatinvestoren, die meist liquide Handlungsfreiheit gewohnt sind: Vor allem sind Aktienkurse und Zinsen rund um die Welt jetzt lange Zeit im Gleichschritt in immer neuen Höhen gestiegen, die Kriege in Osteuropa und im Nahen Osten sind fern einer jeden Lösung, der Ölpreis ist hoch, die Inflation ebenso, und die Notenbanken sind in ihrem Handlungsspielraum enorm eingeschränkt. Das schreit geradezu nach erheblichen Korrekturen, vielleicht auch mehr. Insofern wundern die schnellen Exit-Wünsche der privaten Investoren nicht.

Ist es die Lage? Oder sind es die NAVs?

Aber: Ob die Redemptions-Flut bei den beiden PE-Vehikeln der Partners Group ihre Ursache ausschließlich in der schwierigen Gesamtlage an den Märkten hat – oder ob es sich um echte Schwierigkeiten in deren NAV bzw. den Portfoliounternehmen handelt, lässt sich dabei (wie bei den PD-Fonds auch) Stand heute aus der Ferne nicht beurteilen. Konkret geäußert haben sich die Schweizer dazu nicht.

Die blaue Eule ist längst nicht mehr alleinige Betroffene. Foto: Geronimo Giqueaux, Unsplash.

Pikant: Mitte März hatte die Partners Group höchstselbst gewarnt, dass man im Segment Private Debt noch zahlreiche Ausfälle befürchten muss. Von PE war da noch keine Rede.

Man wird sehen, wie die Sache weitergeht, und ebenso, ob auch in diesem Segment der schon berühmte Insektenvergleich eines Jamie Dimon seine Gültigkeit behält.

Eines der größten Kundensegmente der Partners Group sind übrigens Pensionseinrichtungen. Die Aufsichten tun gut daran, wachsam zu bleiben.

Das zur heutigen Headline anregende Kulturstück findet sich hier:

Diskriminierungsfreie Sprache auf LEITERbAV

LEITERbAV bemüht sich um diskriminierungsfreie Sprache (bspw. durch den grundsätzlichen Verzicht auf Anreden wie „Herr“ und „Frau“ auch in Interviews). Dies muss jedoch im Einklang stehen mit der pragmatischen Anforderung der Lesbarkeit als auch der Tradition der althergerbachten Sprache. Gegenwärtig zu beobachtende, oft auf Satzzeichen („Mitarbeiter:innen“) oder Partizipkonstrukionen („Mitarbeitende“) basierende Hilfskonstruktionen, die sämtlich nicht ausgereift erscheinen und dann meist auch nur teilweise durchgehalten werden („Arbeitgeber“), finden entsprechend auf LEITERbAV nicht statt. Grundsätzlich gilt, dass sich durch LEITERbAV alle Geschlechter gleichermaßen angesprochen fühlen sollen und der generische Maskulin aus pragmatischen Gründen genutzt wird, aber als geschlechterübergreifend verstanden werden soll. Auch hier folgt LEITERbAV also seiner übergeordneten Maxime „Form follows Function“, unter der LEITERbAV sein Layout, aber bspw. auch seine Interpunktion oder seinen Schreibstil (insb. „Stakkato“) pflegt. Denn „Form follows Function“ heißt auf Deutsch: "hässlich, aber funktioniert".

Alle Bilder von Kassandra ab Februar 2025 sind KI-generiert.

© Pascal Bazzazi – LEITERbAV – Die auf LEITERbAV veröffentlichten Inhalte und Werke unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Keine Nutzung, Veränderung, Vervielfältigung oder Veröffentlichung (auch auszugsweise, auch in Pressespiegeln) außerhalb der Grenzen des Urheberrechts für eigene oder fremde Zwecke ohne vorherige schriftliche Genehmigung. Die Inhalte einschließlich der über Links gelieferten Inhalte stellen keinerlei Beratung dar, insbesondere keine Rechtsberatung, keine Steuerberatung und keine Anlageberatung. Alle Meinungsäußerungen geben ausschließlich die Meinung des verfassenden Redakteurs, freien Mitarbeiters oder externen Autors wieder.