Ein Consultant, der gleichzeitig ein großer Asset Manager ist, übernimmt einen GP. Soweit, so wenig ungewöhnlich. Nicht ganz so üblich ist, dass der GP Portfoliounternehmen eines anderen GP war. Und die Sache hat mehr mit Deutschland zu tun, als es auf den ersten gegenwärtigen Blick scheint.
Die einschlägigen Fachmedien haben bereits berichtet: Mercer hat Ende vergangener Woche die Übernahme von AltamarCAM bekannt gegeben.
Mercer, auf unserem Parkett v.a. als Pensions-/HR- und Investment-Consultant und in zweiter Linie auch als Asset Manager mit knapp 700 Mrd. USD AuM bekannt und aktiv, übernimmt den Private Markets-GP mit Sitz in Madrid und knapp 21 Mrd. Euro AuM, um diesen „zu einem integralen Bestandteil des umfassenden Private Markets-Geschäfts von Mercer“ zu machen. Mercer nennt hier ausdrücklich den Ausbau der eigenen Expertise in den Bereichen Secondaries, Co-Investments, Mandatslösungen und Evergreens.

„Die Entwicklung der Private Markets ist geprägt von wachsender Nachfrage und steigender Komplexität. Vor diesem Hintergrund sind Innovation, spezialisiertes Fachwissen, ein globales Profil und Skaleneffekte wichtiger denn je. Der Zusammenschluss mit AltamarCAM stärkt unser Angebot im Bereich Private Markets sowie unsere Rolle als einen führenden, weltweit tätigen Beratungs- und Lösungsanbieter im Bereich Private Markets“, erklärte Michael Dempsey, Global President Investments and Retirement bei Mercer anlässlich der Übernahme.

Claudio Aguirre, Mitgründer und Executive Chairman von AltamarCAM nennt Mercer den „idealen Partner für AltamarCAM“. Die jeweiligen Kompetenzen ergänzten sich hervorragend. Aguirre betont, dass AltamarCAMs Seniorpartner „im gemeinsamen Private-Markets-Geschäft eine zentrale Führungsrolle übernehmen werden.“
Zur Genese: Köln – Madrid – London
Ein genauerer Blick auf Genese und Hintergründe lohnt, denn er ist nicht so gewöhnlich wie es scheint:

AltamarCAM: Das Unternehmen in der Form, in der es nun zu Mercer kommt, hat teils deutsche, kölnische Wurzeln, die sich im Namensteil CAM zeigen. 1999 gründen Rolf Wickenkamp und Constantin von Dizembowski die Cologne Asset Management. Der Alternatives-Spezialist geht Anfang des Jahrhunderts dann (via Sal. Oppenheim) zur Deutschen Bank und wird zur Keimzelle der DB Private Equity (DBPE). Doch das bleibt Episode. Zwischen 2010 und 2018 kommt das Unternehmen per MBO sukzessive zurück zu Wickenkamp, der den GP weiterentwickelt und im Sommer 2021 mit der 2004 gegründeten Altamar Capital Partners in Madrid zur AltamarCAM Partners merged; Köln bleibt einer der Sitze, das Headquarter ist allerdings in der spanischen Hauptstadt. Geführt wird AltamarCAM von Wickenkamp und Aguirre.
Permira: Im Juli 2023 kommt der inhabergeführte GP aus London, ca. 80 Mrd. AuM schwer, ins Spiel, und Anfang 2024 gehen 40% von AltamarCAM in den Permira Growth Opportunities II.
Dass aber ein GP einen anderen GP (bzw. einen Anteil daran) nicht merged, sondern als Portfoliounternehmen in einer seiner PE-Fonds nimmt, sieht man nun nicht alle Tage; auch nicht auf einem Parkett, in dem M&A unter den GPs alles andere als selten sind; jüngste Beispiele sind bekanntlich Nuveen/Schroders und zuvor EQT/Coller.
Nun also nach recht kurzer Zeit der Exit, und dem Vernehmen nach dürfte sich AltamarCAM in dem Fonds solide entwickelt haben (sonst wäre es wohl auch nicht so schnell an Mercer exitiert worden, sondern in einem Conti gelandet.)

Zum Schluss: Der Abschluss der Transaktion unterliegt den üblichen Bedingungen, einschließlich regulatorischer Genehmigungen, und wird, wie Mercer mitteilt, für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet. Ab 2027 werden die zusammengeschlossenen Unternehmen unter der Marke Marsh am Markt auftreten.













